Muttertag

Mütter sind nicht einfach Mütter, genauso wenig, wie Blumen einfach nur Blumen sind. Und deshalb könnte man den Muttertags-Strauss auch mit einem liebevollen Blick auf Mamis Charakter auswählen.

Mütter sind unterschiedlich: Die einen krallen nicht und lassen ihre Kinder rechtzeitig los; andere sind zärtlich, mütterlich, lebensbejahend, natürlich, kraftvoll, selbstbewusst, gesellig oder grosszügig. Zudem gibt es auch solche, die bis ins hohe Alter „ihre Frau“ stellen, ihre Unabhängigkeit lieben, neugierig sind und neue Sprachen lernen. Manchmal sind Mütter natürlich auch alles, oder von allem ein wenig. Hier einige Tipps, wenn es ums Aussuchen der Blumen für den Muttertag geht.

Sonniger Power oder spontane Natürlichkeit
„Ich liebe meine Mutter, weil sie immer positiv denkt und ein offenes Herz für alle hat.“ – Oder: „Mami ist fröhlich wie der Frühling, liebevoll wie der Sommer, temperamentvoll wie der Herbst, beschützend wie die Schneeflocken und natürlich wie all‘ diese Jahreszeiten.“ Mütter, auf die diese oder ähnliche Aussagen zutreffen, dürften sich vermutlich über einen gelben Strauss oder einen in den Tönen zwischen Orange über Apricot bis Lachs freuen. Denn Gelb ist sonnig, lebensbejahend und versprüht Lebensfreude, während Orange, Lachs und Apricot Farben von Spontaneität und Kommunikation sind. So oder so dürften sich aber diese Mütter eher über natürliche Sträusse und saisonale Blumen freuen.

Selbstbewusste, tolerante und freiheitsliebende Mütter
Was aber ist mit selbstbewussten, toleranten und freiheitsliebenden Mamis? Folgende Aussagen aus einer Fleurop-Umfrage würden zu ihnen passen: „Ich mag an ihr, dass sie sich nicht an uns festgekrallt hat, sondern uns vertrauensvoll ins Leben ziehen liess.“ – „Sogar Freunde lieben unsere Mami, weil sie jederzeit bei uns vorbeischauen können, sie keine Probleme mit all‘ unseren Macken hat und selbst mit meiner Base-Jumper-Schwester die Nerven behält.“ – Oder: „Ich bewundere an meiner Mutter, dass sie trotz ihrer siebzig Jahre noch in der Welt herumreist, Sprachkurse nimmt, gut alleine sein kann und trotzdem immer ein offenes Ohr für uns hat.“ Diese Frauen haben eines gemeinsam: Sie sind markante Persönlichkeiten. Entsprechend sollten auch die Blumen sein. Selbstbewusst? Solche Mütter mögen vermutlich Blumen, die man als „Solitäre“ bezeichnet, wie z. B. Orchideen, Callas und Lilien. Tolerante Moms hingegen fühlen sich vor allem zu grossblütigen Blumen wie Pfingstrosen hingezogen. Und freiheitsliebende? Sie mögen wahrscheinlich eher exotische Blumen wie Strelitzien oder freche Farbkombinationen wie Pink und Orange.

Zärtliche Moms … und auch „mütterliche“
Natürlich gibt es aber auch Mütter, die einfach lieb und zärtlich sind … oder mütterlich. Für sie steht die Zuneigung zu ihren Kindern an erster Stelle. Und sie sorgen sich um sie, auch wenn diese längst erwachsen sind. Für sie könnten rosafarbene Blumen oder auch bunte Sträusse das Richtige sein. Denn Rosa bedeutet Zärtlichkeit und Romantik, und bunt ist fröhlich und aufgestellt und hat von allen Farben ein wenig, genauso, wie eine Vollblut-Mutter viele positiven Eigenschaften in sich vereint.

Rosen, Tulpen und Orchideen sind am beliebtesten
Eine Umfrage nach Mamis Lieblingsblume hat übrigens gezeigt, dass Rosen, Orchideen und Tulpen am beliebtesten sind. Und falls man deshalb unschlüssig ist, welche Blumen am besten zum Charakter der eigenen Mutter passen, kann man sich ja vielleicht an deren Lieblingsblume oder Lieblingsfarbe halten. Hauptsache ist, dass man von Herzen schenkt. Denn Blumen sind wie eine Umarmung. Und die ist jederzeit willkommen und wird auch immer richtig verstanden. Zudem haben sie den Vorteil, dass man sie auch über weite Distanzen überbringen lassen kann.

Keiner zu klein, um Blumenkavalier zu sein

„Woran erinnern Sie sich, wenn Sie im Zusammenhang mit Eltern und Grosseltern an Ihre Kindertage denken?“, fragte Fleurop in einer Umfrage. Die Antworten waren aufschlussreich. Denn ausnahmslos alle Umfrage-Teilnehmer erwähnten ihre Mutter, während rund 74 % auch den Vater und gut 65 % ihre Grosseltern thematisierten. Grosseltern scheinen für Familie, Zusammenhalt und Geborgenheit zu stehen, während man sich bei Vätern gerne an gemeinsame Unternehmungen wie Spiele und Wanderungen erinnert. Zudem haben Väter eine gewisse Vorbild- und Lehrfunktion. Mütter hingegen werden sehr emotional erlebt. Man bringt sie mit Liebe und umsorgt sein in Verbindung und zeigt grosse Anhänglichkeit. „Sie hat mich immer unterstützt“, steht da. „Sie hat stets ein offenes Ohr.“ Und: „Sie ist die ungewöhnlichste Frau die es gibt.“

Von Muttertags-Geschenken war ebenfalls oft die Rede: Von Basteleien aus der Schule, Frühstück ans Bett, Gedichten … und natürlich Blumen, ob nun selbst gepflückt, gekauft oder gar heimlich aus Nachbars Garten gestohlen. Viele Erinnerungen kamen hoch, wobei ein kleiner Schlingel besonders viel Pech hatte. Seine Schwester erzählt: „Mein Brüderchen wollte unserer Mutter jene Blumen schenken, auf die sie ihn einige Tage vorher aufmerksam gemacht hatte. Es war herrlich duftender Flieder. Also riss er am bewussten Sonntagmorgen einen Zweig ab und brachte ihn strahlend heim.“ Leider stellte sich später heraus, dass der Flieder ausgerechnet im Garten des Polizeidirektors stand, weshalb einige Tage später eine Busse ins Haus flatterte. Als sich der Kleine dann persönlich entschuldigte, wurde diese allerdings zurückgezogen. Aber natürlich waren die meisten Blumengeschenke zum Muttertag ganz „legal“. Das zeigen folgende Antworten: „Am Muttertag brachte mir mein 6jähriger Sohn ein Blumentöpfchen mit einer gepflanzten „Chrottepösche“ ans Bett und strahlte über das ganze Gesicht.“ – Oder: „Für Mami schlachtete ich jeweils mein Sparschwein, um ihr Blumen kaufen zu können.“
Im Übrigen zeigt eine weitere Umfrage, dass Rosen und Orchideen gesamtschweizerisch die Lieblingsblumen von Müttern sind. Nach den zwei bestplatzierten Blumen gehen die Meinungen der Sprachregionen allerdings auseinander. Denn während Deutschschweizer Mamis die nachfolgenden Ränge an Gerbera und Lilien vergeben, hieven Westschweizerinnen und Tessinerinnen Mohn und Pfingstrosen auf diese Plätze. Wer also nicht weiss, welche Blumen er Mami, Omi oder der Schwiegermutter schenken soll, kann sich an diese Rangliste halten oder Blumen in der Lieblingsfarbe der Empfängerin wählen.

Mehr als 100 Jahre Muttertag
Alle sprechen über die Muttertags-Gründerin Anna Marie Jarvis, die nach dem Tod ihrer Mutter alles unternahm, um einen Ehrentag für alle Mütter ins Leben zu rufen. Aber wer war ihre Mutter? Diese hiess fast gleich wie ihre Tochter: nämlich Ann Maria Jarvis. Sie war die dynamische Ehefrau eines erfolgreichen Kaufmanns und hatte elf Kinder. Wegen des schlechten Gesundheitssystems jener Zeit erreichten allerdings nur vier das Erwachsenenalter. Ann Maria Jarvis widmete ihr Leben der Wohltätigkeit: 1858 gründete sie z. B. die „Mother’s Day Work Clubs“. Diese sammelten Geld, um Medikamente für Arme zu kaufen und vermittelten Haushalthilfen an Familien, deren Mutter an Tuberkulose erkrankt war. Während des amerikanischen Bürgerkriegs organisierte sie zudem über die „Mother’s Friendship Days“ Frauen, um den Verwundeten beider Seiten das Notwendigste zukommen zu lassen. Ann Maria Jarvis starb am 9. Mai 1905.
Zwei Jahre nach ihrem Tod liess ihre Tochter Anna Marie am 12. Mai in St. Andrew’s Church einen kleinen Gedenkgottesdienst für ihre Mutter abhalten; ein Jahr später folgte am 10. Mai eine grössere, offizielle Zeremonie. Anschliessend setzte Anna Marie Jarvis alles daran, damit der zweite Maisonntag ganz allgemein als „Tag der Mütter“ anerkannt würde. 1914 hatte sie in den USA Erfolg, noch im gleichen Jahr kam der Muttertag nach England, und seit 1917 ist er auch in der Schweiz bekannt. Heute gibt es den Muttertag praktisch auf der ganzen Welt, auch wenn die Daten teilweise vom 2. Maisonntag abweichen.

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